Belgienreise vom 14.-18.06.2007

Obwohl sich nur 19 Landfrauen zu dieser Reise angemeldet hatten, ließ das Busunternehmen Neubauer die Fahrt starten. Es sollte am 14.06.07 um 8:00 Uhr in Bad Oldesloe losgehen.

Wir standen alle rechtzeitig am ZOB parat, nur unser Bus kam mit 10 minütiger Verspätung an. Nachdem nun die Koffer schnell verladen waren und wir unsere Plätze im Bus eingenommen hatten, ging die Reise los.

Der erste Tag war ausgefüllt mit der Anreise nach Brüssel. Wir kamen gegen 18:45 Uhr im Hotel an, und bekamen rasch unsere Zimmer zugewiesen, denn um 19:30 Uhr sollte es schon Abendessen geben. Die Überraschung war perfekt, als wir unsere französischen Betten sahen, die mit nur einer Bettdecke für zwei Personen ausgestattet waren. Um keine Unstimmigkeiten im Bett aufkommen zu lassen, bemühten wir uns, uns in englischer Sprache verständlich zu machen und um eine zweite Bettdecke zu bitten. Nach einigem Hin und Her gelang dieses auch! Wir machten uns alle etwas frisch und packten unsere Koffer weitestgehend aus. Nun konnten wir in Ruhe unser Abendessen einnehmen. Leider war die Verständigung mit der Bedienung schwierig, da wir fast alle der französischen Sprache nicht mächtig waren und wir erwartet hatten, in so einer „europäischen Stadt“ doch, wenn schon nicht deutsch, so doch zumindest englisch gesprochen wird. Das machte uns doch etwas stutzig, denn es war uns ja ein 4-Sterne-Hotel angekündigt worden, wo man doch eigentlich einen guten Service erwarten kann. Das Essen war gut und ausreichend und nachdem wir gesättigt waren, haben wir den Sommerabend genutzt und noch einen Verdauungsspaziergang gemacht. Ein Schlummertrunk in der Bar schloss den Tag ab. Der 2. Tag begann mit einem guten und gemütlichen Frühstück. Um 9:00 Uhr kam dann unser Reiseleiter Josef, den wir aber Jos nennen durften. Er zeigte uns während einer Stadtrundfahrt mit Zwischenstopps und Rundgängen seine „ureigenste“ Stadt Brüssel. Sie ist in zwei Regierungsbezirke aufgeteilt: Wallonisch = gelbe Fahne mit rotem Hahn, und Flämisch =  gelbe Fahne mit schwarzem Löwen. Er teilte uns mit, dass Belgien von König Leopold im Jahre 1830 gegründet wurde, und auch König Baumeister genannt wurde. Er hat alle heute historischen Gebäude bauen lassen. Jos zeigte uns das moderne und historische Brüssel gespickt mit Geschichtszahlen, die wir uns alle gar nicht so schnell merken konnten. Zuletzt Manneken Pis.

Manneken Pis
Manneken Pis

Für den 1. Tag beendete er am Mittag den Rundgang, und wir konnten Brüssel am Nachmittag auf eigene Faust erkunden. Natürlich waren die Schokoladen- und Pralinenhersteller für uns interessant und wir besichtigten auf eigene Faust das Schokoladenmuseum. Ja, und die Brüsseler Spitzen reizten uns natürlich auch. Nur die günstigen Preise der sehr hübschen und feinen Klöppeltischdecken machten uns stutzig. Für das Geld kann hier niemand arbeiten. Sie kommen, wie so viele Dinge heute, aus Asien, wo für geringen Lohn gearbeitet wird.- Leider! – Dennoch: Fast alle haben etwas erstanden, sei es Schokolade für die Lieben daheim oder Spitzendeckchen. Ein gutes Abendessen und ein gemeinsamer Abend bei einem guten Tropfen brachten die nötige Bettschwere. Nach einem zeitigeren Frühstück am 3.Tag holte uns Jos ab und begleitete uns nach Gent und Brügge in Flandern. Gent ist die ehemalige Hauptstadt der Grafschaft Flandern und liegt an den Flüssen Leie und Schelde. Der historische Stadtkern mit seinen hübschen Häusern und Kirchen beeindruckten uns sehr.

Historische Häuser in Gent
Historische Häuser in Gent

Genauso Brügge. Beides ehemalige Hansestädte, die durch Woll- und Tuchhandel reich geworden sind. Da wir beide Städte zu Fuß und mit geballter Information durch unseren Jos erkundet hatten, tat zum Abschluss eine Bootsfahrt durch die Grachten gut. Auf der Rückfahrt konnten wir zum Abschluss noch vor dem Atomium in Brüssel ein Gruppenfoto schießen.

Gruppenbild vor dem Atomium in Brüssel
Gruppenbild vor dem Atomium in Brüssel

Leider blieb keine Zeit mehr für eine Besichtigung, was wir alle sehr bedauerten. Jos verabschiedete sich und verriet uns noch zum Schluss seinen Beruf, denn wir hatten schon sehr gerätselt: er ist Oberstabsfeldwebel der belgischen Luftwaffe und hat 15 Jahre in Deutschland seinen Dienst verrichtet, was sein gutes Deutsch erklärte. Ein sehr informativer Tag ging zu Ende und nach dem Abendessen war bei allen die Luft raus.

Der 4.Tag führte uns nach dem Frühstück in die Ardennen, Richtung Namur. Die Sonne begleitete uns durch den Tag und ließ die Landschaft und die vorbeiziehenden Orte in einem freundlichen Licht erscheinen. Alles war blitzsauber und gepflegt. Dort wachsen Feldfrüchte wie: Weizen, Gerste, Raps, Rüben und Bohnen. Es gab auch einige Felder, auf denen Flachs angebaut wird, was ja doch eher selten ist. Natürlich wird auch viel Milchwirtschaft und Mastviehhaltung betrieben. Unsere Gästeführerin Frau Hillesheim, eine gebürtige Deutsche aus Koblenz, die unser Busfahrer Herr Nissen für uns engagiert hatte, erklärte uns, dass die Rasse der Mastrinder, die nur aus „Muskelpaketen“ besteht, „Blanc Blue“ auf deutsch „weiss-blau“ heißt. Und zwar deshalb, weil sie ein fast weißes Fell und blaue Augen haben. Unsere Fahrt führte uns nun durch das Maas-Tal nach Namur, bis rauf zur Zitadelle. Von dort konnten wir bei herrlichem Sonnenschein die ganze Stadt überblicken, und Frau Hillesheim erklärte uns von dort aus die Stadt. Wir bestiegen wieder unseren Bus und fuhren nach Durbuy, der kleinsten Stadt der Welt. Es ist ein kleiner, beschaulicher Ort und liegt an einer Biegung der Ourthe, der schon 1331 die Stadtrechte erhalten hat. Wir konnten dort in aller Ruhe unser Mittagessen einnehmen und danach mit Frau Hillesheim durch die verwinkelten Gassen, mit ihren hübschen Häusern, Straßencafe`s und Läden schlendern. Auf der Rückfahrt stoppten wir wieder in Namur und konnten dort Kaffee trinken.  Danach ging es zurück zum Hotel zum gemeinsamen Abendessen. Es war ein beschaulicher Tag, den wir mit einem Umtrunk in einem der vielen Straßencafe`s ausklingen ließen. Danach ging es ans Kofferpacken, damit es am nächsten Morgen schnell ging. Nach dem Frühstück bestiegen wir unseren Bus und fuhren gen Heimat. Der Himmel weinte, aber unser Busfahrer Herr Nissen brachte uns wohlbehalten nach Hause, wofür wir ihm sehr dankbar waren.          

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