Eifelrundreise 2008

1. Tag: 40 Landfrauen hatten sich für diese Reise angemeldet und trafen sich in freudiger Erwartung früh morgens am Bahnhof in Bad Oldesloe. Herr Pöhlsen, unser Busfahrer der Fa. Neubauer, war pünktlich vor Ort und wir konnten um kurz nach 7.00 Uhr starten. Wir fuhren bei schönem Wetter über Hamburg, Richtung Ruhrgebiet, durch das Bergische Land und bei Köln auf die linke Rheinseite. Dann weiter auf der A7 in die Eifel. Zwischendurch gab es zum Mittag Würstchen am Bus und zur Kaffeepause selbstgebackenen Kuchen. Gegen 17.30 Uhr kamen wir in unserem Bestimmungsort Meerfeld an. Es ist ein sehr hübscher, an einem Maar gelegener kleiner Ort. In Ruhe wurden die Zimmerschlüssel vom Hotel „Zur Post“ verteilt und dann konnten wir unsere Koffer auf die Zimmer bringen. Ein gemeinsames Abendessen und ein Film über die Sehenswürdigkeiten der Umgebung, den die Wirtsleute uns zeigten, rundeten den Tag ab. Nachts gab es ein ordentliches Gewitter und Regen.   

2. Tag: Nach einem gemütlich guten Frühstück sollte unsere Eifelrundfahrt um 9.00 Uhr losgehen. Fast alle Damen saßen schon im Bus, nur eine fehlte. Glücklicher Weise wussten wir, dass sie noch zur Toilette wollte. Es stellte sich heraus, dass sie dort eingeschlossen war. Nun dauerte es noch eine geraume Weile, bis sie befreit war und die Fahrt bei noch zunächst bedecktem Himmel losgehen konnte. Ein Gästeführer begleitete uns durch die von Vulkankegeln geprägte Landschaft. Wir fuhren durch den Windsbondkrater auf 699m Höhe. Kamen durch das Städtchen Manderscheid, das seit 973 die Stadtrechte besitzt und sahen Burgen, wo auch heute noch Ritterspiele stattfinden.

Burg in der Eifel
Burg in der Eifel

Das ist natürlich besonders für den Tourismus interessant. Gute Fahrrad- und Wanderwege wurden auf einer alten Bahntrasse ausgebaut. Früher war die Eifel eine arme Region, aber heute hat sich dort eine gute Infrastruktur entwickelt. Dort beträgt die Arbeitslosenquote nur 4%. Durch die Ansiedlung von Industrie, Firmen wie Dunlop, Dr. Oetker, Fensterfirmen und ein gut ausgebautes Transportwesen war es möglich, dass sich ein gutes Arbeitsangebot entwickelt hat. Die Landwirtschaft profitiert von dem fruchtbaren vulkanischen Lössboden. Es werden in der Wittlicher Senke Getreide, Rüben, Kartoffeln und Mais angebaut. Um Bitburg herum gibt es sehr viel Braugerste und auf den sehr fruchtbaren roten Buntsandsteinböden auch Gemüseanbau. Früher gab es dort viel Tabakanbau, der aber sehr zurückgegangen ist. In Richtung Mosel gibt es wegen der Landschaftspflege viel Ammenkuhhaltung. Rebenanpflanzungen prägen dort in erster Linie das Landschaftsbild. In diesem Jahr sind die Trauben etwa 2 Wochen früher reif als in sonstigen Jahren. In Bernkastel- Kues angekommen, konnten wir den Bus verlassen und den Ort zu Fuß erobern. Wie in den meisten Orten an der Mosel fand auch an dem Wochenende ein Weinfest statt und die Vorbereitungen dafür waren schon in vollem Gange. Eine Musikkapelle und ein Chor, an denen wir vorbei kamen, animierten uns zum mitsingen und schunkeln.

Schunkeln in Bernkastel-Kues
Schunkeln in Bernkastel-Kues

Der Bus fuhr weiter mit uns zur Brauhaus Postille Kloster Machern. Wer wollte, konnte dort zu Mittag essen oder auch dort spazieren gehen. Danach ging es weiter an der Mosel entlang mit einer Kaffeepause in einem Mühlencafe. Am Spätnachmittag waren wir wieder in Meerfeld und durften uns auf das Abendessen freuen. In geselliger Runde ging der Tag zu Ende. 

3. Tag: Unser Reiseleiter war nach dem Frühstück pünktlich um 8.45 Uhr vor Ort und begleitete uns in Richtung Gerolstein durch das wunderschöne Ahrtal. Das Gerolsteiner Wasser ist ja auch bei uns sehr bekannt. Es fließt durch den wie ein Filter wirkenden Buntsandstein. Die Sonne behauptete sich nun und wir fuhren auf der Deutschen Vulkanstraße an Grünlandflächen vorbei. Dort wird viel Milchwirtschaft betrieben. Bei Mürlenbach konnten wir die imposante Bertrader Burg sehen, wo Pippin der Kleine, ein Sohn des Frankenkönigs Karl Martell, geboren wurde. Hier wird die Landschaft von Steinbrüchen mit Basaltvorkommen geprägt. Fünf Felsen der Gerolsteiner Dolomiten konnten wir erkennen. Sie wurden im Krieg stark zerstört. Wir kamen vorbei an der Buchensteinhöhle, wo es oben auf dem Berg einen Klettergarten gibt, bis zur Kasselburg. Es gibt dort ein Düngerkalkwerk und in den lavahaltigen Bergen einen Mühlsteinbruch. Kurz vor Mittag passierten wir dann den Nürburgring, der im Jahre 2002 neu auf 5148m Länge ausgebaut wurde und durch die dort stattfindenden Auto- und Motorradrennen weltbekannt ist. Die Fahrt ging weiter durch Adenau über die Ahr, durch Altenahr bis Ahrweiler, wo auch ein Weinfest stattfand. Dort hatten wir einen sehr schönen Aufenthalt, den jeder für sich nutzen konnte. Kurz bevor wir wieder weiterfahren mussten, konnten wir noch einen Festumzug mit der Weinkönigin, bunt mit Blumen geschmückten Motiven auf den Wagen und einigen Spielmannszügen, die teils aus den Niederlanden kamen, sehen und erleben.

Blumenwagen auf dem Weinfest in Ahrweiler
Blumenwagen auf dem Weinfest in Ahrweiler

Es wurden Wein, Brot und Trauben an die Zuschauer verteilt- ein sicher unvergessliches Erlebnis für alle! Um 16.00 Uhr mussten wir wieder abfahren, damit wir Pünktlich zum Abendessen in Meerfeld waren.

4. Tag: Es sollte nach Aachen gehen, in die Stadt Karls des Großen, des Karnevals und der Printen, den bekannten Lebkuchen. Nach dem Frühstück ging es los. Da wir am günstigsten über die Autobahn Aachen erreichen konnten, fuhr Herr Pöhlsen die Strecke über Belgien. Dort angekommen, erwarteten uns 2 Gästeführerinnen. Wir teilten uns in zwei Gruppen, eine schnellere, die gut zu Fuß sind und eine langsamere, die weniger gut laufen können. So konnte jede der Damen alles Wissenswerte mitbekommen. Vor dem Dom endete die Führung und nachdem wir den Teufelsdaumen im rechten Löwenmaul der so genannten Wolfstür, die seit dem Jahre 800 im Hauptportal verankert ist, erfühlt hatten, konnten wir unser Gruppenfoto „schießen“.

Gruppenbild vor der Wolfstür
Gruppenbild vor der Wolfstür

Danach hatte jede der Damen Zeit auf eigene Faust den Dom von innen mit den kostbaren Deckenmosaiken, dem Reliquienschrein Karls des Großen und dem Marienschrein zu erobern. Dagegen wirkte der einfache Marmorthron Karls des Großen eher bescheiden. Natürlich kam auch der Kauf von Printen nicht zu kurz. Um 16.00 Uhr trafen wir uns alle auf dem Theaterplatz wieder, um in unseren Bus zu steigen und gen Meerfeld zu fahren. Bevor wir aber ganz aus Aachen raus waren, hatten wir noch die Gelegenheit, einen Schokoladenwerksverkauf bei der Firma Lindt & Sprüngli zu nutzen um noch einige Mitbringsel für die Familie zu Hause zu erwerben. Wir freuten uns alle auf den Abend, denn es wurde uns morgens schon ein lustiger Abend versprochen. Unsere Wirtin hatte Wort gehalten: Schon während des Abendessens hatten wir eine musikalische Untermalung an der Hammondorgel. Der Alleinunterhalter blieb den ganzen Abend und brachte uns Landfrauen so richtig in Schwung.

Landfrauentanz
Landfrauentanz

Wir haben bewiesen, dass auch Damen zusammen tanzen und sich köstlich amüsieren können. Alle haben es sehr genossen und freuten sich auf den nächsten Tag.

5. Tag:   Auf unserem Programm stand die Stadt Monschau. Wir fuhren durch den Eifelnationalpark, dem Hochmoor das Hohe Venn. Auf unserem Weg lag der kleine Ort Höfen. Dort erwartete uns ein Gästeführer, der uns durch den Ort begleiten sollte. Es ist eine sehr gepflegte kleine Ortschaft, die geprägt wird von ihren hohen Rotbuchenhecken, die um jedes Grundstück gepflanzt wurden und teils meterhoch sind.

Rotbuchenhecken in Höfen
Rotbuchenhecken in Höfen

Höfen wurde im Krieg bis zu 77% zerstört, ist aber in eigener Kraft wieder im historischen Siedlungsmuster aufgebaut worden und hat seit den 60er Jahren immer wieder am Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ teilgenommen. Es war ein sehr schöner Spaziergang an einem sonnigen Vormittag. Weiter ging es nach Monschau. Unser Gästeführer begleitete uns und zeigte uns die sehr beschauliche, gemütliche kleine Stadt mit ihren teils unter Denkmalschutz stehenden Häusern und der Burgruine. Die Stadt ist reich und berühmt geworden durch die Tuchherstellung und – Handel. Er verabschiedete sich dann von uns und nun konnte jeder nach Lust und Laune entweder ein Mittagessen zu sich nehmen oder bummeln. Auf unserem Rückweg kamen wir noch an einer Edelsteinschleiferei mit Verkauf vorbei, wo sich einige der Damen ein Andenken gekauft haben. Nach unserem Abendessen wurden dann in aller Ruhe die Koffer gepackt und verstaut.

6. Tag: Dadurch, dass wir alle am Vorabend fleißig waren, konnten wir in aller Ruhe frühstücken und dann in unseren Bus steigen. Unser Heimweg führte uns bei Koblenz über den Rhein auf die A7, um eventuellen Staus im Ruhrgebiet auszuweichen. In Lohfelden hatten wir im Gasthaus „Zur Post“ eine gute Mittagspause. Danach ging es endgültig gen Heimat. Gegen 18.30 Uhr kamen wir in Bad Oldesloe an und wurden schon von unseren Familienangehörigen erwartet, die wir von unterwegs benachrichtigt hatten. Herr Pöhlsen hatte uns wie immer in seiner souveränen und besonnenen Fahrweise sicher nach Hause gebracht. Dafür sind wir ihm sehr dankbar und hoffen, dass er uns auch wieder auf unseren nächsten geplanten Reisen kutschiert!  

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