Landfrauenfahrt in die Messe- und Kulturstadt Leipzig vom 14.06.- 17.06.2018

Da wir im Herbst dieses Jahres eine längere Reise in das Elsass vorhaben, hatten wir für die erste Reise nur eine Städtetour über 4 Tage geplant. Unser Ziel war die Messe- und Kulturstadt Leipzig.

Nach zuerst wenigen Anmeldungen kamen doch noch 26 Damen zusammen und die Reise ging pünktlich los. Natürlich wieder mit einer netten Frühstückspause in Behringen. Da wir am Nachmittag zeitig in Leipzig angekommen sind, konnten wir in aller Ruhe unsere Zimmer in Augenschein nehmen und die Koffer auspacken. Eine Kaffee- oder auch Ruhepause lag auch noch drin, bevor wir uns mit unserem Busfahrer Carlo getroffen haben um mit ihm zusammen fußläufig schon ein wenig die Stadt zu erobern. Er führte uns bis zu Auerbachs Keller, das aus Goethes „Faust“ bekannte Restaurant. Dort war für uns ein opulentes Abendessen gebucht. Es war köstlich aber fast nicht zu schaffen, so groß waren die Portionen.

Auerbachs Keller, das aus Goethes „Faust“ bekannte Restaurant.
Auerbachs Keller, das aus Goethes „Faust“ bekannte Restaurant.

Der „große Keller“, in dem wir gespeist haben, wurde zusammen mit der Mädlerpassage in den Jahren 1912/14 erbaut und dort befindet sich auch der Eingang in das wie eine Bogenhalle anmutende Restaurant. Wir konnten uns vorstellen, dass auch Goethe sich hier schon wohlgefühlt hat. Ein Spruch fällt hier besonders auf: „Wer nach Leipzig zur Messe gereistohne auf Auerbachs Hof zu gehen, der schweige still, denn das beweist, er hat von Leipzig nichts gesehen.“ Aber genau das wollten wir am folgenden Tag in Angriff nehmen!

Nachdem wir in aller Gemütlichkeit gefrühstückt hatten, konnten wir unseren Gästeführer, einen pensionierten Lehrer, begrüßen. Er begleitete uns zunächst auf einer Stadtrundfahrt. Während der Fahrt erzählte er uns, dass der Name Leipzig von der Bezeichnung urbs Libizi (Stadt der Linden) zurück zu führen ist. So ist es auch tatsächlich, denn in der ganzen Stadt sind sehr viele Linden gepflanzt worden, unter denen es während ihrer Blütezeit herrlich duftet. Wir sahen das vom Leipziger Kaufmann Joh. Caspar Richter im Jahr 1756 im Rokokostil erbauten Gohliser Schlösschen, dass nun wieder im alten Glanz nach der Totalrenovierung dasteht, das imposante, 91 m hohe Völkerschlachtdenkmal, (es wurde in den Jahren 2003 – 2013 renoviert, weil es im Jahr 1945 von amerikanischen Truppen beschossen wurde, nachdem sich im Inneren des Denkmals deutsche Soldaten verschanzt hatten). Direkt am Denkmal befindet sich ein künstlich angelegtes Wasserbecken. Es wird symbolisch „ See der Tränen“ genannt, weil dort die gefallenen Soldaten der Völkerschlacht beweint wurden. Leider waren die Außenanlagen noch nicht ganz fertig.

Mit Palmensäulen ausgestatteter Innenraum der Nikolaikirche in Leipzig
Mit Palmensäulen ausgestatteter Innenraum der Nikolaikirche in Leipzig

Wir bestaunten das im Renaissancestil erbaute alte Rathaus, die spätgotische Thomaskirche, in der Joh.-Seb. Bach als Kantor gewirkt hat und auch begraben liegt, die russische Gedächtniskirche St. Alexej mit ihrem besonderen Turm (sie wurde 1913 zum Gedenken an die 22000 gefallenen russischen Soldaten während der Völkerschlacht, eingeweiht), die Nikolaikirche, von wo aus die friedliche Revolution der DDR Bürger im Jahr 1989 mit den Montagsdemonstrationen ausging. Über die Mittagszeit hatten wir die Möglichkeit, auch den wunderschönen, sehr hellen mit Palmensäulen ausgestatteten Innenraum der Kirche zu besichtigen.

Die so genannten „Runden Ecke“, das Stasi Museum in Leipzig
Die so genannten „Runden Ecke“, das Stasi Museum in Leipzig

Nach einer kleinen Pause sind wir dann mit unserem Gästeführer bis zur so genannten „Runden Ecke“, dem Stasimuseum gegangen. Dort hatten wir eine Führung in den im Original erhaltenen Räumlichkeiten der Staatssicherheit der DDR mit all ihren „schmutzigen Machenschaften“ und perfiden Möglichkeiten die Bürger auszuspionieren.- Im Nachhinein wirkte alles immer noch sehr bedrückend in diesen alten verstaubten Räumen. – Wieder an der frischen Luft hatten wir die Möglichkeit die Stadt auf eigene Faust zu erobern, und auch noch die Chance ein gemeinsames Foto, vor dem vor der alten Handelsbörse befindlichem Goethedenkmal auf dem Naschmarkt, zu machen.

Ein gemeinsames Foto, vor dem Goethedenkmal auf dem Naschmarkt
Ein gemeinsames Foto, vor dem Goethedenkmal auf dem Naschmarkt

Auf unserem Weg zum Hotel sind wir über den Augustusplatz gegangen, mit dem vor dem neuen, schon dritten im Jahr 1981 eingeweihten Gewandhaus und der neuen modernen Universitätskirche (die alte Kirche wurde im Jahr 1968 auf Befehl der DDR Führung gesprengt und nach 10 jähriger Bauzeit im Dezember 2017 wieder neu eingeweiht)  befindlichem „Mende Brunnen“ mit seinen sehr schönen Figuren aus Bronze und einer hübschen Blumenbepflanzung rundherum. Er wurde von einer Frau Mende im Jahr 1867 gestiftet. Eine Inschrift lautet: „Zum Himmel streben – in frischer Kraft – der Erde geben- was Segen schafft – in lauterer Helle – lehrt es die Welle.“ 

Der "Mende Brunnen“ mit seinen sehr schönen Figuren aus Bronze und einer hübschen Blumenbepflanzung rundherum
Der „Mende Brunnen“ mit seinen sehr schönen Figuren aus Bronze und einer hübschen Blumenbepflanzung rundherum

Am darauf folgenden Tag sind wir dann wie geplant, im Leipziger Zoo gewesen. Hier hatten wir einen geführten Rundgang entlang der naturbelassenen Gehege mit Elefanten, Tigern, Affen, Nashörnern usw. Ein schöner Spaziergang bei strahlendem Sonnenschein.- Am Nachmittag hatten wir Freizeit und sind individuell entweder in der Stadt geblieben oder ins Hotel gefahren, um sich auszuruhen, eine Tasse Kaffee zu trinken oder ein leckeres Eis auf der Hotelterrasse zu genießen. Dort haben wir auch die Sommerabende gemeinsam bei einem Schlummertrunk ausklingen lassen.

Der 4. Tag brach an und auch schon wieder die Heimreise. Bevor es aber endgültig zurück ging, besuchten wir noch das Asisi Panometer. Hier gibt es in diesem Jahr eine Ausstellung vom Untergang der Titanic im Jahr 1912. In dem großen Rund des Panometers hatte man das Gefühl mit dem U- Boot unter Wasser zu sein und das Wrack der Titanic zu umfahren. Die dazu passenden Geräusche, die aus den Lautsprechern kamen, ließen einem beinahe Schauer über den Rücken laufen.- Sehr unheimlich und doch beeindruckend!  

Die Titanic Ausstellung im Asisi Panometer
Die Titanic Ausstellung im Asisi Panometer

Alle diese Eindrücke mussten wir, wieder heil zu Hause angekommen, erst einmal sacken lassen, bevor wir die nächste Fahrt in Angriff nehmen.  

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